Makroschärfe mit Software „Helicon Focus“

Makro-Schärfe-Dehnung durch Image Stacking.

Bei Makroaufnahmen ist die geringe Tiefenschärfe oftr eine große Herausforderung. Bisher habe ich immer versucht auf den vorderen Bildbereich scharfzustellen und die Blende möglichst weit zu schließen. Ja nach Abbildungsmaßstab ist so nur ein kleiner Bereich des Bildes wirklich scharf. Abhilfe gibt es durch das „Image Stacking“ mit einem Makroeinstellschlitten und der Software „Helicon Focus“.

Notwendig sind ein stabiles Stativ, Makroeinstellschlitten sowie ein Drahtauslöser.

 

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Mein Makroschlitten ist ein altes Modell, an das eine Spindel angebaut wurde um die Kamera millimetergenau zu verschieben. Manfrotto und Novoflex haben verschiedene Schlitten im Angebot. Nachdem ich die Kamera, Lampen und das Objekt aufgebaut habe stelle ich die Bildschärfe auf den vorderen Bereich des Objekts ein, hier der Rand der Münze. Da sich während der Verschiebung der Kamera auch der Bildausschnitt ändert, muss ich auf jeden Fall einen etwas größeren Ausschnitt wählen. Bevor ich mit den Aufnahmen beginne, verschiebe ich den Schlitten einmal über den in Frage kommenden Bereich um den Bildausschnitt festzulegen. Nachdem der Bildausschnitt festgelegt ist, stelle ich endgültig auf das Objekt scharf. Die Schärfe kontrolliere ich im Live-View Modus meiner Kamera. Für die Aufnahmeserie benutze ich die Funktion Spiegelvorauslösung der Kamera. Einstellungen der Kamera: Manuelle Belichtung, Autofocus aus . Vor der eigentlichen Serie mache ich einige Probeaufnahmen, um die Belichtung einzustellen. Die Belichtung und die Entfernung dürfen jetzt nicht mehr an der Kamera verstellt werden! Jetzt kann die Serie beginnen, nach jedem Foto verschiebe ich die Kamera mit dem Schlitten um ca. 1 Millimeter. Die Kamera fährt so über das Objekt und bildet auf jedem Foto einen kleinen Bereich scharf ab. Wenn der hintere Bereich des Objekts scharf abgebildet ist kann die Serie beendet werden.

Jetzt kommt die Bearbeitungssoftware „ Helicon Focus “ zum Einsatz. Alle Fotos der Serie werden in die Software eingefügt, danach auf die Schaltfläche „Starten“ geklickt. Helicon Focus rechnet jetzt aus den Einzelbildern ein Bild zusammen. In einem Fenster kann man den Fortschritt beobachten. Je nach Anzahl der Einzelbilder und der Rechnerleistung kann dieser Vorgang einige Minuten dauern. Ich habe bisher nur mit den Standardeinstellungen der Software gearbeitet und damit gute Ergebnisse erhalten. Das fertige Foto kann abgespeichert werden und mit anderen Programmen bearbeitet werden.

 

Ergebnis aus 19 Einzelbildern :

 

Oben links die erste von 19 Aufnahmen, rechts die letzte Aufnahme, darunter das Ergebnis mit Helicon Focus.

Ich habe hier zwischen den Aufnahmen die Position der Kamera verschoben, man kann aber auch nach jeder Aufnahme die Schärfe am Objektiv nachstellen und so jeden Punkt des Objekts scharfzustellen. Meine Erfahrung ist aber, dass das Verschieben der Kamera bei kleinen Objekten genauer ist. Wenn die Kamera während einer Serie berührt wird, besteht die Gefahr dass sich diese verstellt. Kleinere Abweichungen kann Helicon Focus zwar korrigieren, aber irgendwann geht das auch nicht mehr. Dann muß die ganze Serie noch wiederholt werden. Das gilt natürlich auch, wenn sich das Objekt bewegt, daher ist diese Art der Aufnahme und Bearbeitung nicht für bewegliche Motive geeignet.

 

Heiko Köster März 2011

 

 

Beispielfotos :