Kurzausflug
Tangermünde
5. November 2006
So manchen verschlägt es in die mehr oder weniger weite Welt - hier nach Sachsen-Anhalt, dem Ende der Welt. Und so setzten sich 6 Fotoclubber in die Bahn und trafen "manchen" in Tangermünde, einer alten Kaiser- und Hansestadt an der Elbe.
Bei Regen und Sturm entstanden nicht sehr viele Fotos - besser gesagt, fast gar keine. Die Truppe bestehend aus Marlies, Daniela, Heidrun, Edwin, Heiko, Olaf und Klaus, die bei bester Absicht Historisches auf Film und Chip bannen wollte, rettete sich letztendlich von Lokal zu Lokal - Novemberwetter eben.
Aber meckern wir nicht und schauen das Positive, was es zu vermelden gab:
Vom tristen typisch ex-DDR-Bahnhof führte der Weg direkt zur Burganlage, die Kaiser Karl IV. im 14. Jahrhundert als Zweitwohnsitz beim Einwohnermeldeamt angegeben hatte und zur Kaiserpfalz machte. Vom Winde verweht und vom Regen gepeitscht machten wir nach 10 Minuten kehrt und hielten das Innenleben eines China-Restaurants um die Ecke für interessanter.
Nach ausgiebiger Stärkung für 6,50 die Ente ging es vorbei an einem der alten Stdttore, dem Hünerdorfer Tor zum historischen Rathaus der Stadt von 1430, weiter an den bei diesem Wetter kaum wahrnehmbaren Fachwerk- und Backstein-Highlights vorbei zum anderen alten Stadttor, dem Neustädter Tor, an der alten Klosterruine vorbei zum stillgelegt wirkenden Hafen. An der Elbe und den beeindruckenden hohen Stadtmauern entlang erreichten wir die Rossfurth, der zur Glanzzeit der Stadt einzige Zugang durch die Befestigungsanlagen.
Ausgiebiger Kaffee- und Tangermünder Nährstangen-Genuss in einem Café, ebenfalls Relikt aus der DDR-Zeit. Ja - im Jahre 2006 gibt es noch Lokale, wo Gäste ihr Essen stehen lassen und gehen, wenn Wessis zivilisiert das Lokal betreten. Wundern wir uns nicht, wenn viele derjenigen, die seit der Wende arbeitslos sind, die Schuld an ihren Schicksalen bei Ausländern suchen. Auch Wessis sind mancherorts Ausländer.
Der Tag ging zur Neige. Die vielen kleinen Geschäfte in der Stadt waren auf unserem Rückweg zum Bahnhof erleuchtet. Und es regnete nicht mehr - Gelegenheit für letzte Schnappschüsse aus freier Hand bei Dunkelheit - Digitalfotografie läßt grüßen. Auf Wiedersehen Tangermünde - bei besseren klimatischen Verhältnissen.
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